In the organizer's words:
Eine energiegeladene Persönlichkeit soll sie gewesen sein: Fanny Mendelssohn Bartholdy, später verheiratete Hensel – geistreich, intelligent, hochmusikalisch. Ein plastisches Porträt dieser außergewöhnlichen Musikerin zeichnet die über fast drei Jahrzehnte währende Korrespondenz, die Fanny bis zu ihrem Tod im Jahr 1847 mit ihrem weitaus bekannteren Bruder Felix unterhielt. Was in diesen Briefen zum Ausdruck kommt: unermüdlicher Schaffensdrang, reges Interesse am Kulturleben der Zeit, innige Geschwisterliebe – aber auch Ärger über die Ungerechtigkeit der damaligen Geschlechterverhältnisse. Denn während die Karriere des Bruders konsequent gefördert wurde, war es Fanny vorbehalten, sich „emsig zum einzigen Beruf eines Mädchens, zur Hausfrau“ zu bilden, so forderte es der Vater. Gleichwohl: Fanny Hensel war nicht nur eine begnadete Pianistin, sondern hinterließ auch ein umfangreiches Werk von mehr als 460 Kompositionen. In diese Musik, aber auch in Fannys Gedankenwelt, führt ein Programm, für das sich Corinna Harfouch und Bernd Stempel mit der Pianistin Hideyo Harada zusammengeschlossen haben. In Briefen und Tagebucheintragungen, flankiert durch Texte unter anderem von Zelter und Goethe, entwerfen Harfouch und Stempel das Bild einer starken Frau, die vielleicht schlichtweg im falschen Jahrhundert lebte. Ausgewählte Klavierstücke von Fanny Hensel, ergänzt um zwei Kompositionen ihres Bruders, bezeugen das außergewöhnliche Talent dieser Künstlerin und geben Einblicke in ein Werk, das es immer noch zu entdecken gilt.