Am 23. März 1933 ebnete der Reichstag mit seiner Zustimmung zum „Ermächtigungsgesetz“ Hitler und den Nationalsozialisten den Weg zur Alleinherrschaft. Als einzige Partei stimmte die SPD dagegen. Oft im Schatten des Gesetzes auf Reichsebene stehen die entsprechenden Gesetze in den Ländern: Auch im Bayerischen Landtag kam es am 29. April 1933 zu einer Abstimmung über ein bayerisches Ermächtigungsgesetz. Der Landtag stimmte dem Gesetz zu – gegen die Stimmen von 16 sozialdemokratischen Heldinnen und Helden, unter ihnen der Fürther SPD-Landtagsabgeordnete Konrad Eberhard. Der 17. SPD-Abgeordnete war nach seiner Inhaftierung und Misshandlung im Konzentrationslager Dachau körperlich außerstande dazu. Anders als das Ermächtigungsgesetz im Deutschen Reich ist die bayerische Variante der parlamentarischen Machtergreifung bis heute weitgehend wenig beleuchtet. Eine erinnerungspolitische Erzählung über die bayerische Demokratie, ohne die Schicksale der Abgeordneten zu erwähnen, kann nicht funktionieren.
Markus Rinderspacher, Vizepräsident des Bayerischen Landtags, hat ihre Geschichten recherchiert und wird an diesem Abend über jene, ihren Bekennermut in diesen Schicksalsstunden der bayerischen Demokratie und den Fürther Konrad Eberhard erzählen.