FOTO: © Thomas Aurin

Bernarda Albas Haus

Das sagt der/die Veranstalter:in:
von Alice Birch nach Federico García Lorca

Übersetzt von Ulrike Syha

Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

Deutschsprachige Erstaufführung: 2.11.2024

Regisseurin Katie Mitchell entblößt in „Bernarda Albas Haus“ intensiv und mit herausragenden Schauspieler*innen die Brutalität patriarchaler Strukturen, die das Leben von Frauen nachhaltig bestimmen und sie in eine Spirale aus Gewalt und Schmerz treiben.

Acht Jahre Trauer hat Bernarda Alba, der Tradition entsprechend, nach dem Tod ihres Mannes angeordnet: Das Verbot, das Haus zu verlassen, entfacht ein gefährliches Geflecht aus Eifersucht, unterdrücktem Begehren und Gewalt zwischen den Frauen des Hauses. Zwar erhalten Männer keinen Zutritt und haben überhaupt im Stück kein einziges Wort zu sagen. Dennoch sind es alte, patriarchale Strukturen, die Bernarda tyrannisch durchsetzt und gegen die sich ihre Töchter auflehnen. Die Bühne, ein puppenhausartiger Querschnitt des Hauses, wirkt dabei wie ein Gefängnis, in dem unter bedrohlicher Klangkulisse virtuos Worte und Gesten ineinandergreifen. Mitchells packende, präzise choreografierte Inszenierung, in der sie das kunstvolle Kompositionsprinzip der simultanen Parallelmontage weiterentwickelt, und das starke Ensemble lassen das Geschehen in komplexen Zeit- und Raumsprüngen lebendig werden und dabei das Heute immer mitschwingen.

Statement der Jury

Bernarda Alba ist erbarmungslos, und Katie Mitchells Inszenierung ist es ebenfalls. Kaum ist der Vater beerdigt, sperrt Bernarda Alba ihre fünf Töchter ein. Sie schottet sie ab von der Welt mit ihren Begierden und ihrem Hunger nach Leben. So schrieb es der spanische Autor Federico García Lorca im Jahre 1936. Die britische Dramatikerin Alice Birch hat aus der Tragödie eine provokante Neufassung erstellt, die Mitchell als hermetischen Albtraum inszeniert. In dem gefängnisartigen Bühnenhaus von Alex Eales erzählen elf äußerst präzise Spielerinnen von patriarchaler Herrschaft genauso wie vom häuslichen Matriarchat, von Aberglaube, Eifersucht, Missbrauch und Schmerz. Genau getimte Parallelmontagen, ineinander collagierte Dialoge und exakt choreografierte Zeitlupenszenen machen diesen Abend zu einem grandiosen, multisensorisch herausfordernden Gesamtkunstwerk. Eine spektakuläre Inszenierung und eine erschütternde Parabel über das Wechselspiel von Unterdrückung, Macht und Gewalt.

ZumVideostatement von Jurorin Katrin Ullmann über „Bernarda Albas Haus“

Programmheft (PDF, 5,6 MB)

Künstlerisches Team

Katie Mitchell – Regie

Alex Eales – Bühne

Sussie Juhlin-Wallén – Kostüme

James Farncombe – Licht

Paul Clark, Melanie Wilson – Komposition

Melanie Wilson – Original Sound Design

Sybille Meier – Dramaturgie

Besetzung

Julia Wieninger – Bernarda Alba

Bettina Stucky – Maria

Alberta von Poelnitz – Angustias

Henni Jörissen – Mariche

Josefine Israel – Magda

Mayla Häuser – Amanda

Linn Reusse – Adele

Luisa Taraz – Poncia

Sachiko Hara – Clara

Eva Maurischat – Polly / Ruth

Joël Schnabel – Peter

Heinke Andresen – Schneiderin

Thomas Geiger / Mathias Baumann / Alexej Mir – Anwalt / Männer

Preisinformation:

15.00 - 56.00€

Location

Berliner Festspiele Schaperstraße 24 10179 Berlin

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