Im Rahmen der Nacht der Bibliotheken stellt Luise Schröder ihre Publikation Strömungen in Bewegung vor. Luise Schröder thematisiert darin sowohl inhaltlich als auch ästhetisch die Erfahrungen und Aktivitäten nichtstaatlicher Frauen- und Lesbengruppen in der DDR der 1980er und 1990er Jahre. Die verwendeten Bild- und Textmaterialien stammen aus dem GrauZone-Bestand des Archivs der DDR-Opposition und dem Spinnboden Lesbenarchiv & Bibliothek. Sie wurden von Luise Schröder künstlerisch bearbeitet und verfremdet. Im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Paula Kreutzmann, die zur Lesbenbewegung in der DDR forscht, soll die Bedeutung von Archiven als wirkmächtige Institutionen beleuchtet werden.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation von GfZK und MONAliesA – Feministische Bibliothek und Archiv im Rahmen der ersten Nacht der Bibliotheken in Leipzig.
Strömungen in Bewegung ist im März 2025 bei FOTOHOF›EDITION erschienen und wurde von Anika Rosen gestaltet. Luise Schröder nimmt in Strömungen in Bewegung Strategien der Selbstermächtigung und feministische Widerstandspraxen in den Blick und setzt sie mit der Gegenwart ins Verhältnis, um dadurch plurale und alternative Sichtweisen auf DDR-Geschichte zu ermöglichen. Die Künstler*innenpublikation wurde beauftragt, unterstützt und finanziert durch das Berliner Programm Künstlerische Forschung, die Stiftung Kunstfonds / Neustart Kultur und die Sammlung SpallArt.
Luise Schröder ist bildende Künstlerin und thematisiert in ihren künstlerischen Arbeiten, Fotografien, Videos und Publikationen die Bedeutung von Geschichte für die Gegenwart. Ausgehend von ihrer ostdeutschen Biografie und dem Bestand GrauZone der Robert-Havemann-Gesellschaft e. V. / Archiv der DDR-Opposition beschäftigt sich Luise Schröder seit 2020 inhaltlich und ästhetisch mit nichtstaatlichen Frauen- und Lesbengruppen in der späten DDR. Luise Schröder studierte Fotografie und Medienkunst an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst und ihre Arbeiten wurden international präsentiert, u.a. Rencontres Internationales Paris/Berlin; Centre Pompidou, Paris; 7. Berlin Biennale für Zeitgenössische Kunst, Berlin; Galerie EIGEN+ART, Leipzig/Berlin. Aktuell ist sie Stipendiatin des Berliner Programm Künstlerische Forschung 2024/25. Mehr Informationen finden Sie hier.
Paula Kreutzmann ist Kulturwissenschaftlerin und Geschlechterforscherin. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte marginalisierter Perspektiven in der DDR, die heutige Rezeption von 1989/90 und postsozialistische Transformationsprozesse. In ihrer Masterarbeit untersuchte sie die spezifischen Erfahrungen ostdeutscher Lesben 1989/90 und in den Umbruchsjahren nach dem Ende der DDR. Seit drei Jahren ist sie ehrenamtlich in der MONAliesA – Feministische Bibliothek und Archiv tätig.
MONAliesA – Feministische Bibliothek und Archiv wurde 1990 von Aktivistinnen der Fraueninitiative Leipzig gegründet und ist eng mit der lokalen Transformationsgeschichte verknüpft. In Tradition von FrauenLesben-Bibliotheken und Archiven ist MONAliesA auch ein Ort für feministische Veranstaltungen und Bewegungen. Bewusst wurden diese Bereiche in ein und derselben Einrichtung zusammengeführt, um das Erinnern und Erforschen von Frauenbewegungsgeschichte(n), politische Bildung und feministische Mobilisierung umfassend zu ermöglichen. Dieses Erbe zu bewahren und seine Interpretationen in der Gegenwart zu vermitteln, sind der Antrieb des (größtenteils) ehrenamtlich tätigen FLINTA*-Kollektivs, stets neue Impulse zu setzen und das Profil der Bibliothek und des Archivs gemeinsam weiterzuentwickeln. Mehr Informationen finden Sie hier.
Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Nacht der Bibliotheken statt.
Preisinformation:
Eintritt frei, Auf Deutsch, GfZK Bibliothek