Das sagt der/die Veranstalter:in:
Screening der Aufführung „Bühne frei für Mick Levčik!“, uraufgeführt am 01. April 2016 am Schauspielhaus Zürich. Im Anschluss an das Screening gibt es ein Gespräch mit Sophie Rois u.a.
M (mit dem zweiten Krug in der Hand): Ich habe ja noch reichlich Zeit bis zu meinem Auftritt. Habe ich alles? Den Krug? Da ist Helene Weigel. Ich habe jedes ihrer Stücke in Chur gesehen. Haben mir alle sehr gefallen. Man nimmt oft einige der schwierigsten Seiten der Antigone zur Hand, und man versteht nichts. Dann hört man ihr zwei Stunden zu und alles wird klar. Man fragt sich sogar, wie es möglich ist, dass man es vorher nicht verstanden hat.
S: Offensichtlich spielen die Schauspieler hier zu ganz verschiedenen Zwecken. Aber das hatte man mir auch über Zürich berichtet. Ein Stilgemisch dieser Periode des Ausverkaufs, und so sollte ich es dann auch vorfinden.
J: Und man kann hinzufügen …einer Periode des Ausverkaufs, welche die Stücke aller Zeiten und Länder ausstellt, und sich für sie die allerverschiedensten Stile ausdenkt, ohne einen eigenen zu haben. In so einem Stilgemisch kann man doch nicht miteinander spielen. Deswegen brauchen wir ein Modellbuch, an das sich alle zu halten haben.
N: Modellbuch heißt ja zitieren. Ja. Wir müssen nur zitieren.
M: Aber wo bleibt, könnte man Mick Levcik fragen, bei der Modellbenutzung das Schöpferische?
Im Anschluss an das Screening wird es anlässlich des hundertsten Geburtstag von Helene Weigel ein Gespräch mit Sophie Rois und anderen geben, über das Antigonemodell von Bertolt Brecht von 1948, einen zeitgenössischen Zugriff auf Brecht und Weigel sowie die Aufführungen in Zürich und Chur.