Kristina Konrad, DE/CU 2011, 73 min, Span. OmeU
Auf Kuba kennt jede*r die Telenovelas von Maité Vera – sie ist eine Legende. »Warum soll ich im TV Lügen verbreiten, wenn wir es im Leben akzeptieren?«, sagt sie und will, dass die Menschen in ihren Liebesgeschichten träumen können und trotzdem die Umstände des Alltags nicht beschönigt werden. Das hat sie mit Kristina Konrad gemein. In ›Als wir glücklich waren und es nicht wussten‹ setzt die Filmemacherin dieser schlagfertigen, tiefgründigen und ziemlich charmanten Frau ein Denkmal und bleibt doch bei den wesentlichen Dingen: ihrem Sohn in Dänemark, dem Schreiben als bescheidene Alltagsverrichtung und hitzig geführten Debatten über Kuba und Brechts Dramentheorie. Dabei wird eines im Laufe des Films immer klarer: Wenn Brecht noch leben würde, dann würde er wie Maité Vera Telenovelas schreiben.