Was hat Demokratie mit Dekolonisierung zu tun und welche Rolle spielte Deutschland dabei? In manchen Staaten gelang nach der Unabhängigkeit eine Entwicklung hin zu demokratischen Strukturen, in anderen aber nicht. Unterschiedliche Akteure griffen in diese Prozesse ein und versuchten, diese mit Narrativen, ökonomischen und militärischen Interventionen, aber auch Unterstützung für Akteure der Unabhängigkeit, zu beeinflussen.
Die Veranstaltungsreihe Träume von der post-kolonialen Republik. Vergangenheit und Zukunft von Demokratien nach Unabhängigkeitskämpfen lädt ein, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Dekolonisierung und Demokratie zu erkunden, Widersprüche kritisch zu beleuchten und alternative Perspektiven auf vergangene sowie gegenwärtige Herausforderungen der Demokratisierung nach Unabhängigkeitsprozessen zu entwickeln. Dabei wird sowohl gefragt, wie die post-koloniale Republik in den Utopien aussah, die vor der (formalen) Unabhängigkeit entwickelt wurden, als auch, was später daraus wurde.
Im langen 19. Jahrhundert brach das Bürgertum die Vorherrschaft des Adels. Nationalismus und Kapitalismus setzten sich in einer europäisch dominierten Weltwirtschaft als neue gesellschaftliche Organisationsformen durch und schufen rassistisch geprägte globale Hierarchien und Vorstellungswelten.
Wie sahen die Träume von Demokratie in Lateinamerika, dem südlichen Asien, dem Nahen Osten oder den Peripherien des Zarenreiches damals aus, und wie ihre Realisierungsversuche?
Markus Hengelhaupt (markus.hengelhaupt@bsb.hamburg.de).
Giga, Goethe Institut, Bücherhallen Hamburg
German Institute for Global and Area Studies I Leibniz Institut für Globale und Regionale Studien