Was hat Demokratie mit Dekolonisierung zu tun und welche Rolle spielte Deutschland dabei? In manchen Staaten gelang nach der Unabhängigkeit eine Entwicklung hin zu demokratischen Strukturen, in anderen aber nicht. Unterschiedliche Akteure griffen in diese Prozesse ein und versuchten, diese mit Narrativen, ökonomischen und militärischen Interventionen, aber auch Unterstützung für Akteure der Unabhängigkeit, zu beeinflussen.
Die Veranstaltungsreihe Träume von der post-kolonialen Republik. Vergangenheit und Zukunft von Demokratien nach Unabhängigkeitskämpfen lädt ein, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Dekolonisierung und Demokratie zu erkunden, Widersprüche kritisch zu beleuchten und alternative Perspektiven auf vergangene sowie gegenwärtige Herausforderungen der Demokratisierung nach Unabhängigkeitsprozessen zu entwickeln. Dabei wird sowohl gefragt, wie die post-koloniale Republik in den Utopien aussah, die vor der (formalen) Unabhängigkeit entwickelt wurden, als auch, was später daraus wurde.
Im Bandung Moment nach dem Zweiten Weltkrieg formulierte die Blockfreie Bewegung alternative Vorstellungen zur jüngst entstandenen bipolaren Weltordnung. Neue unabhängige Staaten etablierten sich als politische Kraft. In den sowjetischen Satelliten-Staaten regte sich Widerstand.
Welche Vorstellungen von Demokratie entwickelten die Unabhängigkeitsbewegungen in Afrika und Asien, aber auch in Ungarn oder der Tschechoslowakei? Warum gelang die Demokratie in manchen der neuen Staaten, in anderen nicht?
Markus Hengelhaupt (markus.hengelhaupt@bsb.hamburg.de).
Giga, Goethe Institut, Bücherhallen Hamburg
German Institute for Global and Area Studies I Leibniz Institut für Globale und Regionale Studien