Was hat Demokratie mit Dekolonisierung zu tun und welche Rolle spielte Deutschland dabei? In manchen Staaten gelang nach der Unabhängigkeit eine Entwicklung hin zu demokratischen Strukturen, in anderen aber nicht. Unterschiedliche Akteure griffen in diese Prozesse ein und versuchten, diese mit Narrativen, ökonomischen und militärischen Interventionen, aber auch Unterstützung für Akteure der Unabhängigkeit, zu beeinflussen.
Die Veranstaltungsreihe Träume von der post-kolonialen Republik. Vergangenheit und Zukunft von Demokratien nach Unabhängigkeitskämpfen lädt ein, die komplexen Wechselwirkungen zwischen Dekolonisierung und Demokratie zu erkunden, Widersprüche kritisch zu beleuchten und alternative Perspektiven auf vergangene sowie gegenwärtige Herausforderungen der Demokratisierung nach Unabhängigkeitsprozessen zu entwickeln. Dabei wird sowohl gefragt, wie die post-koloniale Republik in den Utopien aussah, die vor der (formalen) Unabhängigkeit entwickelt wurden, als auch, was später daraus wurde.
Der nach Francis Fukuyama, dem gescheiterten Propheten einer liberalen Weltordnung, benannte Moment beleuchtet die Entstehung neuer multilateraler Ordnungsnarrative nach dem Interregnum einer von den USA dominierten unipolaren Periode.
Wie prägt die Erinnerung an die Dekolonisierung die Entwicklungen demokratischer Prozesse in der Gegenwart? Welche Bedeutung wird der Demokratie in den geopolitischen Verhältnissen des 21. Jahrhunderts beigemessen?
Markus Hengelhaupt (markus.hengelhaupt@bsb.hamburg.de).
Giga, Goethe Institut, Bücherhallen Hamburg
German Institute for Global and Area Studies I Leibniz Institut für Globale und Regionale Studien