FOTO: © Petra Nettelbeck

Kadrierter Krieg - Werkstattgespräch mit Heinz Emigholz

Das sagt der/die Veranstalter:in:

Im Verlauf eines halben Jahrhunderts hat Heinz Emigholz (*1948 in Achim bei Bremen) ein gigantisches und unverwechselbares, ja idiosynkratisches Werk aus Filmen, Zeichnungen und Texten vorgelegt.

Was auf den ersten Blick völlig disparat erscheint – Kompositionen aus Einzelbildaufnahmen, Spielfilme zu queeren und urbanen Themen, strenge Porträts von Gebäuden, zeichnerische Kartografien einer albtraumhaften Gegenwart –, bleibt gedanklich und ästhetisch bemerkenswert konsistent. Es lässt sich beispielsweise von den phänomenologischen Ideen des Verhältnisses von Blick, Kamera und Raum, wie sie sich in der Trilogie ›Schenec-Tady‹ (1972–1975) niederschlagen, ein Bogen zu dem Monolog der (fiktiven) Kamerafrau in ›The Suit‹ (2024) spannen. Im Werkstattgespräch sollen einige Grundprinzipien der filmischen und zeichnerischen Arbeit erörtert werden. Gerade auch mit Blick auf die zwei Filme, die im diesjährigen Programm der dokumentarfilmwoch hamburg Premiere feiern, lohnt es sich, die komplexe Beziehung von Zeichnung und Film zu erkunden. Auf Grundlage der »Tagebücher«, die keine Alltagserlebnisse aufzeichnen, sondern sprachliche und bildliche Abfälle einer monströsen Welt sammeln, entstehen intelligent kadrierte Bildwelten, manchmal ohne Worte, manchmal von wie Vitriol ätzenden Sätzen begleitet. Besondere Beachtung verdienen die Motive Krieg und Gewalt. Sie sind in der Serie von Zeichnungen ›The Basis of Make-Up‹ überall greifbar, ziehen sich aber auch durch die Spielfilme und rücken spätestens mit ›The Airstrip‹ (2014), ›Die letzte Stadt‹ (2020) und ›Schlachthäuser der Moderne‹ (2022) in den Vordergrund. Die Dichterin Lyn Hejinian schrieb, die Politik des Schwierigen könne sich nur vor dem Hintergrund des Grausamen ausbilden.

Location

fux eg Zeiseweg 9 22765 Hamburg

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