Fast 70 Jahre lang war die U.S.-Army Garnison Mannheim ein fester Bestandteil der Quadratestadt – von der Befreiung Mannheims im März 1945 bis zum Abzug der Garnison im Jahr 2015. Mehr als 500.000 Amerikaner*innen kamen in dieser Zeit in die Stadt, um hier ihren Dienst zu tun, um zu leben und zu arbeiten – Menschen mit ihren Geschichten, ihrer Kultur und ihren Traditionen. Mit der Ausstellung „MAEMORIES – Amerikanische Geschichte(n) in Mannheim“ dokumentieren die MWSP und das MARCHIVUM die Spuren der amerikanischen Präsenz und halten ein wichtiges Kapitel der Stadtgeschichte lebendig.
Viele Mannheimer*innen verbinden persönliche Erinnerungen an „die Amis“, die mit den Stützpunkten der US-Garnison lange zum Stadtbild gehörten. Bei Kriegsende 1945 als Befreier gekommen, wuchs in den folgenden Jahrzehnten, in denen über 500.000 US-Soldaten hier ihren Dienst versahen, eine Freundschaft zwischen der Stadt und den Streitkräften.
Die Ausstellung hält die amerikanische Geschichte(n) Mannheims am Leben und gibt Einblicke in ganz verschiedene Aspekte dieser bewegenden Zeit. Wo waren die US-Truppen in Mannheim stationiert, wie lief das amerikanische Alltagsleben bei uns, wo haben sich die amerikanische und die deutsche Welt überschnitten und gegenseitig beeinflusst: Die Ausstellung geht auf Spurensuche und erzählt dabei Geschichte und viele Geschichten.
Erstellt wurde die Ausstellung in Auftrag von MWSP und MARCHVUM durch die tecton GmbH, Berlin, in Zusammenarbeit mit der Kuratorin Dr. Andrea Perthen. Zu sehen sind neben der Entwicklung der Garnision und ihrer Stützpunkte unter anderem Aspekte des Alltagslebens im Benjamin Franklin Village und in den Kasernen. Zum Beispiel werden die Freizeitangebote im Bereich des Sports, wie American Football und Baseball, in den Blick genommen. Erinnert wird auch an den „Top Hat Club“ und andere amerikanische Klubs, die sich nicht nur bei Militärangehörigen großer Beliebtheit erfreuten. Die Ausstellung verweist nicht zuletzt auch auf die deutsch-amerikanischen Feste und die weiteren Begegnungen zwischen der Mannheimer Bevölkerung und den „Amis“.
Zahlreiche Fotografien, auch einzelne Filme, Dokumente und Objekte lassen die amerikanische Geschichte in Mannheim lebendig werden. Ein Highlight der Ausstellung ist ein interaktiv belebtes Modell von Franklin. Ein anderes ist eine Galeriewand mit Fundstücken aus den früheren Kasernen.
Zum Hintergrund
Die US Army war vom Einmarsch der 7. US Army im März 1945 bis zum 31. Mai 2011, als die Flagge der US Garnison Mannheim in der Sports Arena des Benjamin Franklin Village eingeholt wurde, ein Teil Mannheims. Die USA hatten 2007 beschlossen, ihre Streitkräfte in Europa neu zu organisieren und die Garnisonen Mannheim und Heidelberg aufzulösen. Eine Fläche in Mannheim, den früheren Militärflughafen Coleman ganz im Norden der Stadt, nutzt die US Army weiterhin.