Parallel zur Ausstellung „Marta! Puppen, Pop & Poesie“ zeigen wir Filme rund um den französischen Art brut-Künstler Michel Nedjar (*1947), der mit Kuhn-Weber Anfang der 1980er Jahre befreundet war.
Nedjar, gelernter Schneider mit jüdisch-algerischen Wurzeln, und der mexikanische Filmemacher Teo Hernández (1939–1992) waren ab 1967 ein Paar. Auf gemeinsamen Reisen nach Lateinamerika entdeckte Nedjar seine Faszination für Puppen. Ab 1976 entstanden erste eigene Poupées, in Schlamm und Blut getränkte Fetisch-Figuren aus Lumpen und Abfall.
In dem tonlosen Super 8-Porträt von Hernández sieht man Michel Nedjar beim Entstehungsprozess dieser frühen Objekte.
Ombres-ailes (Schattenflügel) kombiniert pulsie-rende Farb-, Licht- und Klangeindrücke. Die flackernden Aufnahmen des Künstlerfreundes Pascal Martin mit Haschischpfeife erinnern an den französischen Lyriker Charles Baudelaire (1821-1867) – Inbegriff des spleenigen, Opium-abhängigen Montmartre-Dandys.