KUNSTGESPRÄCHE#13
Zwischen Afrika, Europa und Amerika
Die kreolische Kultur der Kapverden
Ein Zukunftsmodell?
Dr. Sebastião Iken
Das unbesiedelte und sehr aride Archipel Cabo Verde wurde Mitte des 15. Jahrhunderts von portugiesischen Seefahrern entdeckt und im Zuge der interkontinentalen Expansion als Sklavenumschlagsplatz kolonisiert. Erst nach der Unabhängigkeit im Jahr 1975 konnte sich die Kultur und die kreolische Identität der überwiegend afrikanisch-stämmigen Bevölkerung dieses jungen Staates frei entfalten. Gleichzeitig hat sich die Politik auch vorbildlich demokratisch entwickelt, so dass das Land als Zukunftsmodell verstanden werden kann.
Mit Informationen über die Besiedlungsgeschichte, die Kolonisierung, die Sklaverei, den Widerstand gegen die Kolonialmacht, die Unabhängigkeit und die aktuelle Politik führt die Veranstaltung in verschiedene Aspekte der eigenständigen kreolischen Kultur der Kapverden ein: Volksfeste und Kulinarik sowie Vielfalt der kreolischen Sprache, Musik und Literatur dieses Archipels.
Dr. Sebastião Iken ist in Porto/Portugal aufgewachsen, promovierte in Romanistik und lehrt an der Universität zu Köln portugiesische Sprach- und Kulturwissenschaft. Seit über zwanzig Jahren koordiniert er gemeinsam mit seiner brasilianischen Frau, Isabel Figueiredo-Iken, die Veranstaltungen des Portugiesisch-Kulturkreis an der Volkshochschule Köln. Als Präsident der DASP – Deutschen Gesellschaft für die afrikanische Staaten portugiesischer Sprache e.V. beschäftigt er sich intensiv mit der Geschichte, Sprache und Kultur dieser fünf Länder (Angola, Cabo Verde, Guiné-Bissau, Moçambique, São Tomé e Príncipe) koordiniert internationale Kolloquien und ist aktueller Herausgeber der DASP-Hefte, die seit vierzig Jahren regelmäßig über diese Länder informieren.